Tel Aviv, Weiße Stadt

Über das Objekt

Die prägnante Schiebeladen-Anlage ist nicht nur gestalterisch relevant: Während dem winterlichen Wärmeschutz in Israel eine eher geringere Bedeutung zukommt, ist vor allem eine Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes der Gebäudehüllen für das Bauen von Bedeutung.

Architekt

Bar Orian architects

Bereich

Wohnen

Ausführung

2018

Ort

Tel Aviv

Auftraggeber

Holis Industries LTD, Israel

Mondäne Architektur mit kontrastreicher Fassade

Das weiß verputzte und mit markanten Fassadenelementen versehene Wohnhaus positioniert sich selbstbewusst inmitten der verdichteten, höhergeschossigen Nachbarbebauung. Der sechsgeschossige Neubau mit Staffelgeschoss von Bar Orian Architects wird durch einen Rücksprung in der Fassade optisch in zwei Segmente unterteilt und so die Großmaßstäblichkeit des Baukörpers gebrochen. Durch die horizontalen Führungsschienen der Schiebeläden und die flexible Anordnung der Elemente wird die Fassade zur Skulptur, die je nach Nutzung der Bewohner eine andere Gestalt offenbart. Loggien in den Eckbereichen des Volumens geben dem Wohnhaus eine weitere, für israelische Baukunst typische, Dimension. Passend zu den beweglichen Elementen stammen auch die Balkonverschattungen von Baier und runden das Gesamterscheinungsbild im gleichen Farbton ab.

Bauen im feucht-warmem Mittelmeerklima

Die prägnante Schiebeladen-Anlage ist nicht nur gestalterisch relevant: Während dem winterlichen Wärmeschutz in Israel eine eher geringere Bedeutung zukommt, ist vor allem eine Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes der Gebäudehüllen für das Bauen von Bedeutung. Die horizontal ausgerichteten Fensterbändern gliedern die Fassade also nicht nur optisch, sondern sorgen gleichzeitig auch dafür, dass sich die Innenräume an heißen Sommertagen nicht allzu stark aufheizen und verschattet werden können.

Sonderkonstruktion in enger Führung

Zum Einsatz kam in Tel Aviv eine Schiebeladen-Anlage inklusive oberer und unterer Führung. Aus optischen Gründen wurden die beiden Führungsschienen besonders eng beieinander montiert, wodurch ein mäanderndes Fassadenbild entsteht und die formale Geschossigkeit des Baukörpers aufgelöst wird. Die Sonderanfertigung verfügt über motorisch drehbare Lamellen, ähnlich des Standard-Modells Erlangen von Baier mit manuell drehbaren Elementen. Rahmen und Lamellen wurden in RAL 7021 schwarzgrau pulverbeschichtet und bilden somit einen starken Kontrast zur weißen Putzfassade.

Motorisch beweglich für mehr Komfort

Die eingesetzten Ellipsenlamellen sind teilweise feststehend, aber größtenteils motorisch drehbar und mittels Feststellern zu verriegeln, damit sie in ihrer Position verbleiben. Die obere Führung besteht aus einer Laufschiene, die an bauseitigen Konsolen aufgehängt wurde. Im unteren Bereich wurde eine durchgehende Sonder-Rechteckrohr-Führung eingebaut, in der die Sichtschutzelemente durch Rollenbolzen geführt werden. Die Anlagen wurden in drei Varianten geliefert: 1-, 2- oder 3-spurig sorgen sie dafür, dass die Elemente voreinander laufen können und somit noch mehr Flexibilität in den Verschattungs- und Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Behaglichkeit von innen und außen

Die Balkone werden von der Verschattung durch die außenliegenden Sicht- und Sonnenschutzelemente ausgespart, da die Führungsschienen und somit auch die Fassadenelemente nur auf den verputzten Fassadenflächen angeordnet sind. Um auch hier ausreichend Schutz vor Sonneneinstrahlung zu gewährleisten, lieferte Baier die Balkonverschattungen in gleichem Farbton, die von den Bewohnern manuell bedient werden können. Auch der innenräumliche Eindruck wird von der Fassade geprägt. Während der Blick bei zur Seite geschobenen Elementen weit in die Ferne schweift, entsteht durch halb oder ganz zugezogene Fensterfronten ein semitransparenter Raumeindruck. Die Fassadenteile schützen zwar vor äußeren Einflüssen, lassen aber dennoch Ein- und Ausblicke zu, sodass kein Gefühl der Unbehaglichkeit aufkommen kann. Durch die angeschrägte Anordnung der Lamellen entsteht im Innenraum ein Licht- und Schattenspiel, das sich je nach Verlauf der Sonne wandelt.

Per Seecontainer nach Israel

Baier war von Beginn an in die Planung involviert. Die verantwortlichen Planer waren vor Ort im Renchener Unternehmen, um die Details zu besprechen und sich für ein Produkt zu entscheiden. Der restliche Planungsprozess verlief aufgrund des weit entfernten Projektstandorts per Mail oder Telefon. Um die Bauteile just in time zu liefern, wurden die Schiebeläden in einen Seecontainer verpackt und vor Beginn der Bauarbeiten vom Kunden abgeholt. Das Projekt veranschaulicht auf pragmatische und elegante Weise, wie mit Sicht- und Sonnenschutzelementen Architektur geprägt werden kann. Über die funktionale Anordnung hinaus, verfügen auch die geschlossenen Fassadenseiten über vereinzelte Sichtschutzelemente, die also ausschließlich aus optischen Gründen verbaut wurden.

Standardisierte Produkte oder individuelle Planung

Das Produktsortiment von Baier reicht über bewegliche oder feststehende Licht- und Schattenelemente bis hin zum klassischen Leichtmetallbau. Standardlösungen gehören ebenso zum Repertoire wie individuelle Sonderfertigungen. Im israelischen Projekt haben sich Bar Orian Architects bewusst dafür entschieden, das Funktionale mit dem Ästhetischen zu verbinden und dafür das Renchener Unternehmen mit an Bord zu holen, um eine Sonderlösung zu entwickeln. Wenn wir auch Sie bei der Planung Ihrer Objekte unterstützen können, sprechen Sie uns gerne an.

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