Tramhüsli Bellevue, Zürich

Über das Objekt

Der Bellevueplatz mit seiner Tramwartehalle ist zentraler und wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Zürich. Der Standort ist mit 1900 Tramfahrten pro Tag stark frequentiert – täglich steigen hier über 75000 Menschen um, ein oder aus. Auch an Wochenenden und Feiertagen wird der weitläufige und zentral gelegene Platz sowohl von Einheimischen als auch Touristen gern aufgesucht. Besondere Anlässe gibt es genug: das Sechseläuten, die 1.-Mai-Schlusskundgebung, das traditionelle Gastspiel des Circus Knie, das Theaterspektakel bis hin zu Ironman, Street Parade und Dörflifest.

Architekt

atelier Zürich

Bereich

Gastronomie

Ausführung

2005

Ort

Zürich

Gebogene Verkaufsfenster für Glasrondell

Die Tramwartehalle, das unter Denkmalschutz stehende legendäre Rondell, stammt aus dem Jahr 1938 und wurde von dem damaligen Stadtbaumeister Hermann Herter gebaut. Der Rundbau mit seinem 920 m“ grossen Schutzdach, sollte die Dynamik des Platzes und die strömenden Bewegungen des Verkehrs aufnehmen.

2005, bei einer umfangreichen Gebäudesanierung wurde das architektionische Juwel liebevoll renoviert. Mit viel Liebe zum Detail, widmete sich die Zürcher Innenarchitektin Claudia Silberschmidt auch dem Tramhüsli-Kiosk und der wohl zentralsten Bar der Stadt Zürich – dem schönen Belcafé.

Baier-Schiebefenster – Durchreiche des kleinen Glücks

Der zylindrische Glaspavillon, mit einem Durchmesser von 14 Metern, sollte neu gestaltet werden. Selbstverständlich mussten alle Elemente dem Radius des Gebäudes folgen. Und wie überall wo Laufkundschaft erwartet wird, ist der „schnelle Verkauf“ großgeschrieben. Auf der kleinen Fläche sollte ein Gastronomiebetrieb mit Straßenverkauf sowie ein großes Zeitungskiosk Platz finden und so kamen Vertikalschiebefenster von Baier als funktionelle Verkaufsfenster zum Einsatz.

Bellevue – schöne Aussicht

Die Grundkonstruktion des denkmalgeschützten Bauwerks durfte nicht geändert werden. Die Konzeption des einflügeligen Straßenverkaufsfensters mit der Brüstunghöhe von 900 mm war unproblematisch, da der Schiebefenster-Flügel um 750 mm in die „abgehängte“ Decke geschoben werden kann. Leichte Bedienbarkeit des Vertikalschiebefensters war gefordert und so wurde das Verkaufsfenster mit einem leistungsstarken Baier-Antrieb ausgestattet. Auf Knopfdruck kann das Take-Away-Fenster leicht und bequem geöffnet werden.

Baier-Verkaufsfenster als Teleskopvariante

Bei der Planung und Realisierung der drei Kiosk-Fenster, musste die Brüstungshöhe von 500 mm berücksichtigt werden. Die Fahrflügel konnten nicht, wie bei dem Straßenverkaufsfenster in die „abgehängte“ Decke geführt werden. Deshalb konstruierte das erfahrene Baier-Team gemeinsam mit den Fachplanern der Firma Hirt eine technisch anspruchsvolle Teleskopvariante. Um die gewünschte Öffnungshöhe zu erreichen, wurden die Vertikalschiebefenster in drei Fahrflügel unterteilt. Die beiden oberen Fensterflügel schieben sich teleskopartig nach oben zusammen, während der untere Fensterflügel um 250 mm nach unten in den Fussbodenaufbau abgesenkt wird.

Die technische Komponente sollte diskret in der Fassade verschwinden. Eine besondere Schwierigkeit lag in der Tiefe des nötigen Profilrahmens. Die Gegengewichte für alle drei Flügel mussten untergebracht werden und dennoch musste der Fenster-Rahmen mit der Fassadenkante bündig abschließen.

Take-Away-Fenster in Rekordzeit realisiert

Funktional, aber auch dekorativ sollten die Verkaufsfenster sein. Die Vorgabe für das Oberflächenfinish der Take-Away-Fenster lautete E6 EV1 gebürstet. Das Bürsten der Profile musste in mühevoller Handarbeit erledigt werden, da die gebogenen Aluminiumprofile nicht maschinell gebürstet werden konnten.

Alle Vertikalschiebefenster wurden im Baier-Werk komplett zusammengebaut, geprüft und ausgeliefert. Die Firma Hirt konnte die Fenster dann als fertiges Komplett-Element einsetzen und montieren. Der gesamte Auftrag konnte trotz einer intensiven und detailreichen Planungsphase in Rekordzeit realisiert werden – just in time.

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Belcafé AG,  Thomas Rosenberger

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